Die Mär vom bösen Schäferhund

November 14, 2008

So ein Hund ist was feines. Er ist ein Freund, Begleiter und ein toller Spielkamerad. Und wenn man doch mal traurig ist, setzt er sich dazu und spendet Trost. Manchmal setzt er aber auch alles daran, seinem menschlichen Kumpel ein Lachen ins Gesicht zu zaubern. Diese Versuche sind für sich gesehen einfach derart komisch, dass man schon bei der Ausführung herzhaft lachen muss. Und der Hund ist glücklich, da er seine Mission erfüllt hat. Außerdem zwingt einen der Hund zum Rausgehen, denn auch, wenn man einen Garten hat, kann dieser nicht den täglichen Spaziergang ersetzen.

Gerade als Großhunde-Besitzer hat man bei solchen Spaziergängen einen schweren Stand. Kennt Ihr auch diese etwas spießigen Rentner mit ihren kleinen, hysterischen Hunden? Wenn diese Gespanne dann die Spazier-Route kreuzen, spielt sich das immer so ab:

Während man selbst einen total entspannten Hund an der Leine hat, beginnt der kleine Zwerg zu knurren. Völlig erschrocken vom Anblick des zähnefletschenden Schäferhundes, wird er von seinem Dosenöffner an der Leine in die Luft gerissen.

Soweit die Situation. Die Folge: das Halsband schnürt sich um den Hals des armen Kleinen, seine Augen treten hervor, die Luft bleibt weg und der Hintenr schleift mehr oder weniger über den Asphalt. Kurz gesagt: er hat Panik. So, und jetzt kommt dieser Spruch, den jeder Besitzer eines größeren Hundes schon mal gehört hat: „Der wurde vor 2 Wochen vom Schäferhund gebissen, deswegen ist der so.“ Währenddessen zieht das panische Herrchen seinen mittlerweile japsenden, betenden Hund in ruckartigen Zügen an uns vorbei. Die Zunge wird schon blau, der Hintern ist wund gescheuert vom rauhen Asphalt. Das sind keine Schmerzen, die der Hund hat. Nein, natürlich nicht. Das ist die Angst vor diesem agressiven Schäferhund, besser bekannt als hechelnder Beißknorpel.

Damit ist das Schauspiel vorüber. Mein pelziger Begleiter schaut mich verdutzt an und wir setzen unseren Spaziergang fort. Weit hinter uns kann man noch ein erschöpftes Husten eines kleinen Zwerges vernehmen, begleitet vom Blätterrauschen des Parks…

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2 Comments Add your own

  • 1. Hundefan  |  Mai 4, 2009 at 9:45

    Den Betrag könnte ich mir glatt wegkopieren und als mein Erlebnis im Internet einstellen. Achso ….: „Der wurde vor 2 Wochen vom Schäferhund gebissen“, jo iss klar! Oftmals dabei vergessen, dass ein völlig gelassener Schäfi auch mal erzieherisch zuschnappt, weil ihn so eine ungezogene Beißwurst abnervt.

    Solche tollen Hundehalter sind ohnehin nicht zu belehren, da sie nicht erkennen, woher die Panik kommt und verstärkt wird. Tipp: Einfach mal am anderen Ende der Leine nachschauen!

    VG Chandor

    Antworten
  • 2. Martin  |  Mai 10, 2009 at 1:13

    Ganz ehrlich: Wenn ich meinen Hund nicht unter Kontrolle habe – und darauf deutet das erwähnte Verhalten hin – dann sollte ich mir überlegen, ob ich nicht lieber Goldfische halten sollte. Gerade Schäferhunde kenne ich nur als liebenswerte und belastbare Zeitgenossen, die nicht auf die Idee kommen würden, sich mit einem Kleinsthund anzulegen. Aggressiv werden sie eigentlich nur, wenn sie angegriffen werden oder wenn sie ihr Familien/Rudel in Gefahr wähnen.

    Mir tun Hunde leid, die solche Halter haben.

    Antworten

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